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Schmorgeruch, heiße Stecker, fliegende Sicherung: Ihre Checkliste gegen Brandgefahr durch Strom

Von Tobias

Ein Brand durch Strom entsteht selten aus dem Nichts – meist gibt es vorher Warnzeichen wie Schmorgeruch, warme Steckdosen oder Sicherungen, die ungewöhnlich oft auslösen. Wenn Sie typische Risikostellen im Haushalt kennen und einige Regeln konsequent umsetzen, senken Sie das Risiko deutlich. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen schnelle Sofortmaßnahmen und einen klaren Plan, wann eine Elektrofachkraft prüfen sollte.

Quick Wins: 7 Dinge, die Sie heute noch umsetzen können

  • Mehrfachsteckdosen entlasten: Heizlüfter, Wasserkocher, Mikrowelle, Klimagerät oder Trockner nie an einer Steckdosenleiste betreiben.
  • Stecker fühlen, nicht raten: Werden Stecker/Netzteile handwarm bis heiß, Gerät trennen und Ursache klären (Kontakt, Überlast, Defekt).
  • Kabelcheck bei Alltagsgeräten: Knicke, Quetschungen, brüchige Isolierung oder Wackelkontakte sind ein Austauschgrund – nicht „noch schnell weiter nutzen“.
  • Rauchwarnmelder prüfen: Batteriestatus testen, Melder nicht überstreichen und Austauschfristen einhalten (Herstellerangaben beachten).
  • Ladegeräte bewusst wählen: Billige No-Name-Netzteile und beschädigte Ladekabel ersetzen; beim Laden auf feste, freie Unterlage achten.
  • Kabeltrommeln komplett abrollen: Teilweise aufgerollte Trommeln können stark erhitzen – besonders bei leistungsstarken Verbrauchern.
  • Bei Schmorgeruch sofort handeln: Stromkreis über Sicherung ausschalten, Geräte abstecken, Raum lüften und im Zweifel eine Elektrofachkraft rufen.

Detaillierte Schritte: Von der Risikoerkennung zur dauerhaft sicheren Installation

1) Warnsignale richtig einordnen (und nicht wegdiskutieren)

Viele Vorfälle beginnen unspektakulär: ein leichtes Knistern, ein wackeliger Stecker oder eine Sicherung, die „manchmal“ auslöst. Solche Symptome weisen häufig auf Übergangswiderstände, überlastete Leitungen oder gealterte Kontakte hin. Gerade Übergangswiderstände sind tückisch: Der Strom fließt zwar, aber die Kontaktstelle wird lokal heiß – bis hin zu Schwelbrand.

  1. Geruch/Hitze: Riecht es nach verschmortem Kunststoff oder wird eine Steckdose ungewöhnlich warm, schalten Sie den betroffenen Stromkreis ab.
  2. Optik: Achten Sie auf Verfärbungen, Rußspuren, geschmolzene Steckergehäuse oder bräunliche Stellen an Steckdosenleisten.
  3. Akustik: Knacken, Summen oder Knistern aus Steckdose, Schalter oder Verteiler sind ein Alarmzeichen.
  4. Schutzorgane: Wenn die Sicherung häufig „fliegt“ oder der FI/RCD auslöst, ist das keine Schikane, sondern ein Hinweis auf ein Problem, das geprüft werden muss.

Wichtig: Öffnen Sie keine Unterverteilungen und arbeiten Sie nicht an spannungsführenden Teilen. Bei Unsicherheit gilt: absichern, abschalten, Fachbetrieb kontaktieren.

2) Typische Auslöser im Haushalt: Wo die meisten Risiken entstehen

Brandgefahr durch Strom hat meist sehr konkrete Ursachen. Dazu zählen Überlast, schlechte Kontakte, beschädigte Leitungen sowie defekte Geräte. In Altbauten kommen zusätzlich veraltete Installationen, zu wenige Stromkreise oder nicht mehr zeitgemäße Schutztechnik hinzu.

  • Überlastung von Leitungen: Zu viele Verbraucher an einem Stromkreis (z. B. Küche) führen zu dauerhafter Erwärmung.
  • Übergangswiderstände: Lockere Klemmen, ausgeleierte Steckkontakte oder billige Steckdosenleisten erzeugen Hitze an der Kontaktstelle.
  • Defekte Netzteile und Akkus: Überhitzte Ladegeräte, aufgeblähte Akkus, Ladebetrieb unter Kissen/Decken oder ohne Luftzirkulation.
  • Mechanische Schäden: Kabel unter Teppichen, gequetscht unter Möbeln oder in Türspalten – die Isolierung leidet, Kurzschlussrisiko steigt.
  • Feuchtigkeit: Bad, Küche, Keller, Außenbereich: Nässe und Strom sind eine gefährliche Kombination, die passende Schutzmaßnahmen erfordert.

3) Sichere Nutzung im Alltag: Steckdosenleisten, Verlängerungen, Geräte

Viele Haushaltsbrände lassen sich vermeiden, wenn Sie die „Stromlogistik“ im Alltag optimieren. Ziel ist: weniger improvisieren, Lasten besser verteilen und Wärmeentwicklung verhindern. Besonders häufig wird das Risiko unterschätzt, wenn mehrere leistungsstarke Geräte gleichzeitig an einer Mehrfachsteckdose hängen.

  1. Leistung realistisch einschätzen: Heizgeräte und Kochgeräte sind Hochlast-Verbraucher. Nutzen Sie dafür eine feste Wandsteckdose – idealerweise auf einem ausreichend abgesicherten Stromkreis.
  2. Steckdosenleisten nicht hintereinander stecken: „Leiste in Leiste“ erhöht Übergangswiderstände und Überlastgefahr.
  3. Verlängerungskabel richtig platzieren: Nicht aufrollen, nicht einklemmen, nicht über Wärmequellen führen. Kabel frei belüftet und sichtbar halten.
  4. Ladezonen definieren: Akkus nur auf nicht brennbaren Unterlagen laden, Abstand zu Papier/Textilien halten und bei ungewöhnlicher Wärme abbrechen.

4) Technische Prävention: Was eine Elektrofachkraft prüfen und verbessern kann

Wenn Sie wiederkehrende Auffälligkeiten haben (Schmorgeruch aus Steckdose, flackerndes Licht, warme Schalter, häufig auslösende Sicherungen), reicht ein Sichtcheck nicht. Eine professionelle Prüfung der Elektroinstallation bringt Klarheit: Messungen, Lastbetrachtung und der Zustand von Klemmen, Leitungen und Schutzorganen zeigen, wo echte Risiken liegen.

Typische Maßnahmen, die sich je nach Gebäudezustand lohnen, sind:

  • Prüfung/Modernisierung von Schutzschaltern: FI/RCD, Leitungsschutz und sinnvolle Aufteilung der Stromkreise.
  • Erneuerung kritischer Steckdosen und Klemmen: Besonders bei lockeren Kontakten, Verfärbungen oder überlasteten Anschlussstellen.
  • Überspannungsschutz: Schutz gegen Schäden durch Schaltspitzen oder Blitzereignisse – relevant für empfindliche Elektronik.
  • Nachrüstung zusätzlicher Steckdosen: Weniger Verlängerungen bedeutet weniger Übergänge, weniger Wärme, weniger Fehlerquellen.
  • Dokumentierter Sicherheitscheck (z. B. E-Check): Sinnvoll für Eigentümer, Vermieter und Unternehmen, um den Zustand nachvollziehbar zu belegen.

Pros & Cons: Abwägen zwischen Sofortlösungen und nachhaltigen Maßnahmen

  • Selbst-Check (Sicht/Temperatur/Geruch): Pro schnell, kostenlos, erkennt offensichtliche Defekte; Contra keine Messwerte, verdeckte Kontaktprobleme bleiben unentdeckt.
  • Steckdosenleiste statt zusätzlicher Wandsteckdose: Pro flexibel, sofort verfügbar; Contra mehr Übergänge, Risiko von Überlast und schlechter Qualität – keine Dauerlösung für Hochlast.
  • Günstige Netzteile/Ladegeräte: Pro niedrige Anschaffungskosten; Contra häufiger mangelhafte Schutzschaltungen, Wärmeentwicklung und kürzere Lebensdauer.
  • Smart-Steckdosen mit Verbrauchsmessung: Pro Lastspitzen erkennen, Geräte automatisch abschalten; Contra ersetzt keine sichere Elektroinstallation und muss selbst qualitativ hochwertig sein.
  • Fachgerechte Installationsprüfung: Pro Messungen, klare Befunde, gezielte Sanierung; Contra Aufwand/Kosten – dafür meist günstiger als Folgeschäden und Ausfallzeiten.

CTA Wrap-up: Mehr Sicherheit mit System statt mit Glück

Wenn Sie konsequent Überlast vermeiden, beschädigte Kabel sofort ersetzen und Warnsignale ernst nehmen, reduzieren Sie die Brandgefahr deutlich. Spätestens bei wiederkehrendem Schmorgeruch, warmen Steckdosen, flackernder Beleuchtung oder häufig auslösenden Schutzschaltern sollten Sie jedoch nicht weiter experimentieren.

Eine professionelle Prüfung der Elektroinstallation (inklusive Messungen und Dokumentation) zeigt, wo konkrete Risiken bestehen und welche Modernisierung wirtschaftlich sinnvoll ist. Wenn Sie Unterstützung bei der Bewertung, bei der Nachrüstung von Schutztechnik oder bei einer umfassenden Sicherheitsprüfung benötigen, lohnt sich die Kontaktaufnahme zu einem qualifizierten Elektrofachbetrieb.

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